Regina Hömberg




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Atem- und Körperpsychotherapie -
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Regina Hömberg

Psyche und Tonus   -   Psychosomatik   -   Konzept   -   Psychotonik Glaser



Atem- und Körperpsychotherapie - Psychotonik


Psychotonik ist die Lehre von der Wechselbeziehung zwischen Emotionalität und Muskelspannung (Psyche und Tonus). Sie erforscht das Zusammenwirken von Affekten, Befinden, Körperausdruck und Verhalten.
Die Psychotonik ist ein entwicklungsorientiertes körperpsychotherapeutisches Verfahren.

Gefühle und Atem

Jede Emotion löst Erregung im Organismus aus. Negativ erlebte Emotionen führen zu Anspannung oder Erschlaffung (Rückzug, Flucht, Blockade, Totstellverhalten). Beglückend erlebte Gefühle unterstützen das Fließen und Pulsieren (Kontaktverhalten). Dieses Lebensgefühl kann als Eutonie* = Wohl-Spannung be­zeichnet werden. Kein anderes Organsystem reagiert dabei so unmittelbar wie der Atem. Jede innere Bewegung verändert die Muskelspannung und löst Atemimpulse aus.

Leib und Seele

Jede Lebenssituation hat also ihre eigene Atem­form, da jede Handlung, aber auch bereits jede Vorstellung einer Handlung und die ihr zugrundeliegenden Gefühle die nötigen Impulse zur Steuerung der Muskulatur und damit der Atmung erzeugt. Gefühle steuern jedes Tun und begünstigen oder verhin­dern einen frei schwingenden Atem, indem entweder lustbetonte oder angstvolle Momente die Reaktionsfähigkeit der Atemmuskulatur fördern oder beeinträchtigen. Jede innere Bewegung (lat.: Emotion = hinaus-Bewegung) wirkt also über die Veränderung des Muskeltonus und des Atems auch als Ausdrucksbewegung nach außen.  


Psychosomatik


Gesundheit ist unauffällig, Störungen werden bemerkt


Die Wechselwirkung von seelischen und leiblichen Prozessen ist dem gesunden Men­schen nicht bewusst. Wir fühlen uns ausgewogen und nehmen am Leben teil. Erst Störungen dieses leib-seelischen Gleichgewichts nehmen wir wahr. Unter psycho­somatischen Störungen versteht man motorische, vegetative oder sensorische Dysregulationen (z.B. Schmerzen und Erkrankungen im Bewegungsapparat oder in Organen, Atem-, Kreislauf-, Schlafstörungen etc), in Verbindung mit deren seelischen Entsprechungen, wie Erschöpfung, Trauer, Angst, Depressionen, Wut etc.



"Gelungene Kommunikation ist körperlich angenehm"
V.Glaser
Das therapeutische Konzept

An diesem psychosomatischen Zusammenwirken von Leib und Seele setzt das therapeutische Konzept der Psychotonik an: Es basiert auf der Erkenntnis, dass jede persönliche Entwicklung in der Beziehung und in Interaktion mit der Welt geschieht. Psychosomatische Störungen resultieren immer aus einer Disbalance oder dem Rückzug aus dieser kommunikativen Beziehung.  
Ist der Mensch jedoch in Kommunikation mit der Welt, ist er nicht mehr mit seinen Schmerzen oder Defiziten beschäftigt und erlebt, dass "aus Beziehung Gesundheit entstehen kann" (vgl Th. Uexküll 1998).


Kommunikation in Beziehung

Psychotonik arbeitet an der Beziehungsfähigkeit, indem die Therapeutin eine kommunikative Beziehung anbietet.
Der kommunikative Prozess ist gleichermaßen Arbeitsweise und Ziel.

Um dem Menschen einen Zugang zu sich zu ermöglichen, werden Angebote gemacht, sich selbst in wertschätzender Achtsamkeit zu begegnen.
Hier offenbart sich dem Menschen seine Einmaligkeit, seine persönliche Weise, sich im Leben zu organisieren; es zeigen sich auch Blockaden, die eine bestimmte Aufgabe haben. Dieses alles drückt sich dauerhaft und aktuell im Körper aus.
Diese eigene Körper-Sprache zu verstehen, ihre Botschaften zu nutzen (statt sie zu bekämpfen), ist ein zentrales  Anliegen der »Atem- und Körperpsychotherapie Psychotonik«.
Mit atemfördernden Berührungen oder kommunikativen Bewegungsangeboten beginnen TherapeutIn und KlientIn  einen Körper-Dialog.  
Hier können neben dem Aufspüren und Erkennen neue Handlungsvarianten ausprobiert werden. In der kommunikativen Begegnung wird sofort überprüfbar, ob sie eine tragfähige Alternative sein können.
Dadurch entsteht ein Gefühl des Gelingens, des Wohlbefindens, des Richtig-Seins, kurz: der Mensch fühlt sich gesund.  
Soweit es wichtig ist, werden die Erfahrungen aus dem körperlichen Prozess auch ins Wort gebracht. Im Gespräch können so die verschiedenen Symbol- und Bewusstseinsebenen integriert werden.



Psychotonik Glaser

Begründer der Psychotonik ist Prof. Dr. med. Volkmar Glaser (1912 – 1997).
Schon in den 1930er Jahren begann er, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen bei dem Arzt und Atemtherapeuten J. L .Schmitt und bei Elsa Gindler (Begründerin der Körperfühlarbeit) den Zusammenhang von Atem- und Spannungsregulation im menschlichen Ausdrucksverhalten zu untersuchen. V. Glaser verbindet die Forschungs­ergebnisse der westlichen Neurophysiologie mit den Erkenntnissen der östlichen Meridianlehre. Die Meridiane bilden in der Psychotonik ein Ordnungsschema (Diagnostik) für die Grundformen menschlichen Verhaltens.

Hauptwerk:
"Eutonie- das Verhaltensmuster menschlichen Wohlbefindens"
V. Glaser, Haug 1980-1990